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Higher Education and Democratic Resilience
für freie Wissenschaft und ein widerstandsfähiges Hochschulwesen
Das Higher Education and Democratic Resilience Programme ist ein internationales Forschungs- und Transferprojekt, das sich mit Wissenschaftsfreiheit und der Widerstandsfähigkeit des Hochschulwesens gegenüber autoritären Bedrohungen befasst.
Das dreijährige Projekt verbindet interdisziplinäre Forschung, globales Monitoring sowie die Einbindung von Öffentlichkeit und Politik, um die Unabhängigkeit der Hochschulen und die Wissenschaftsfreiheit zu schützen.
Das Projekt ist eine Kooperation des Centre for Democratic Resilience der University of Oxford, der Bucerius Law School und des Verfassungsblogs.

Ziel und Aufbau des Projekts
Das Higher Education and Democratic Resilience Programme verbindet weltweit führende Forschung, globales Monitoring und strategischen Austausch, um demokratische Gesellschaften dabei zu unterstützen, eine ihrer wichtigsten Institutionen zu verteidigen: ein unabhängiges Hochschulwesen.
Der Auftrag des dreijährigen Projekts besteht darin, Mechanismen autoritärer Einflussnahme zu analysieren und die Verwundbarkeit der freien Wissenschaft durch Stresstests zu identifizieren. Dafür werden weltweite Entwicklungen mit Auswirkungen auf das Hochschulwesen erhoben, analysiert und für die öffentliche und politische Debatte eingeordnet.
Auf der Grundlage politik- und rechtswissenschaftlicher Erkenntnisse werden gemeinsam mit Hochschulen und politischen Entscheidungsträger:innen praktische Strategien und evidenzbasierte Instrumente zur Risikominderung und zur Stärkung der institutionellen Widerstandsfähigkeit entwickelt.
Ziel ist es, Universitäten und andere Hochschuleinrichtungen so zu stärken, dass sie diese Risiken erkennen und rechtzeitig auf sie reagieren können.
Drei Partner mit vielfältigen Perspektiven
Das Higher Education and Democratic Resilience Programme ist ein gemeinsames Forschungs- und Transferprojekt des Centre for Democratic Resilience der University of Oxford, der Bucerius Law School und des Verfassungsblogs.
Mit dieser einzigartigen internationalen Partnerschaft verbindet das Projekt führende Expertise in den Bereichen politikwissenschaftlicher Forschung zu demokratischer Resilienz, rechtswissenschaftlicher Analyse und Transfer in die öffentliche Debatte:
- Das Centre for Democratic Resilience der University of Oxford leitet das Gesamtprojekt und die vergleichende politikwissenschaftliche Forschung und Szenarienentwicklung.
- Die Bucerius Law School bringt die rechtswissenschaftliche Analyse über ein Legal Mapping ein und koordiniert Transfer und Stakeholderdialog.
- Der Verfassungsblog beobachtet internationale Entwicklungen und Angriffsmuster in Echtzeit und bringt sie umgehend in die wissenschaftliche und öffentliche Debatte ein.
Gemeinsam entsteht so eine Verbindung aus interdisziplinärer Spitzenforschung, kontinuierlichem Monitoring und gesellschaftlicher Wirkung.

"Universitäten spielen eine entscheidende Rolle für den Erhalt demokratischer Gesellschaften. Gleichzeitig beobachten wir weltweit einen zunehmenden Druck auf die wissenschaftliche Unabhängigkeit. Dieses Programm stellt die Erkenntnisse, Instrumente und Partnerschaften bereit, die notwendig sind, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und die institutionelle Widerstandsfähigkeit zu stärken."

"Wissenschaftsfreiheit wird nicht nur durch Gerichtsverfahren und Gesetzgebung verteidigt, sondern auch durch widerstandsfähige Hochschulen. Wir werden systematisch erfassen, an welchen Stellen das deutsche Hochschulrecht anfällig für unangemessene politische Einflussnahme ist – und unmittelbar mit Hochschulleitungen und politischen Entscheidungsträger:innen zusammenarbeiten, um praktische Schutzmaßnahmen zu entwickeln. In diesem Projekt denken wir Forschung und Wissenstransfer nicht getrennt voneinander, sondern von Anfang an gemeinsam."

"Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit treffen die Rechts- und Politikwissenschaft unmittelbar. Zugleich sind gerade diese Fachgebiete am besten dafür gerüstet, solche Angriffe vorauszusehen und ihnen entgegenzutreten. Mit diesem Projekt wollen wir diese Expertise mobilisieren, damit die angegriffenen Disziplinen selbst Teil der Verteidigung werden."
Der Beitrag der Bucerius Law School
Indem wir unsere rechtswissenschaftliche Expertise in politische und gesellschaftliche Diskurse einbringen, leisten wir als private Stiftungshochschule einen Beitrag zur Förderung des Gemeinwohls in Deutschland und Europa.
Im Rahmen des Higher Education and Democratic Resilience Programme verantworten wir an der Bucerius Law School zwei Themenbereiche.
1) Rechtliche Verwundbarkeiten sichtbar machen
Gemeinsam mit den Projektpartnern untersuchen wir das deutsche Hochschul- und Wissenschaftsrecht: Wo schützt das Recht Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie? Wo bestehen mögliche Angriffsstellen für politische Einflussnahme?
In Legal Mapping-Workshops und Szenarioanalysen werden rechtliche Schutzmechanismen und mögliche Verwundbarkeiten systematisch untersucht. Daraus entstehen wissenschaftliche Analysen, Handlungsempfehlungen und Beiträge für die öffentliche Debatte.
2) Forschungsergebnisse Wirkung entfalten lassen
Neben der rechtswissenschaftlichen Perspektive verantwortet die Bucerius Law School den Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis.
Wir bringen Hochschulen, Politik, Wissenschaft, Stiftungen und weitere Akteur:innen zusammen und entwickeln Formate, mit denen wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Strategien übersetzt werden können – von Workshops und Policy Briefs bis zur öffentlichen Debatte.
Damit verbindet das Projekt Forschung und gesellschaftliche Wirkung von Beginn an.
Auftaktveranstaltung | 5. Oktober 2026
Wissenschaftsfreiheit unter Druck: Wie resilient sind unsere Hochschulen?
mit Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Warum das Thema wichtig ist – und warum gerade jetzt
Der Academic Freedom Index 2026 zeigt, dass die Wissenschaftsfreiheit im vergangenen Jahrzehnt in 50 Ländern zurückgegangen ist und sich lediglich in neun Ländern verbessert hat.
Weltweit sind Hochschulen zunehmend politischem und autoritärem Druck ausgesetzt. Diese Gefährdungen zu verstehen und den Hochschulsektor vor demokratischer Erosion zu schützen, ist essenziell für den Schutz demokratischer Institutionen insgesamt.
In einer Zeit, in der die Wissenschaftsfreiheit weltweit unter wachsenden Druck gerät, wird das Higher Education and Democratic Resilience Programme Wissen und Fähigkeiten aufbauen, um die Unabhängigkeit von Hochschulen und ihre Fähigkeit zu schützen, ihren grundlegenden demokratischen Auftrag zu erfüllen.
Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Projekt?
